Lesart

Den Schwerpunkt meines Schaffens lege ich auf die Erforschung und Darstellung des menschlichen Antlitzes, deren momentanen psychischen Befindlichkeit, die (, sofern es sich nicht um ein bloßes Portrait handelt,) in das Gesamtwerk funktionell eingebunden ist.

Insbesondere erfüllen die großformatigen Genrebilder eine binäre Aufgabenstellung. Zum Einen sollte der Gesamteindruck aus Farbnuancen, Komposition usw. resultierend, um seiner selbst Willen ohne vordergründige Wahrnehmung der gegenständlichen Darstellung eigenständig auf den Betrachter wirken. Andererseits beinhaltet es den Anspruch, ihn zur Suche des Zusammenhanges aller Parts zu animieren, um letztendlich die innewohnende Story aus subjektiver Sicht erkennen zu lassen. Sollten beim Betrachter Emotionen ausgelöst werden, würde mich das meinem Ziel näher bringen.

Diese komplexe Aufgabe kann aus meiner Sicht nur mittels der Gesamtheit aus naturalistischer, bzw. wirklichkeitsnaher Malweise, teils fotorealistischer Betonung, sowie gezielter Übersteigerung gelöst werden. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass diese Auffassung nie den Anspruch auf die einzig wahre erheben darf; es ist nur so, mir stehen nur diese Mittel zur Verfügung. Die abstrakte Malerei eignet sich nicht für die Artikulation meines geschwätzigen Wesens. Ebenso möchte ich der Deutung zwar einen gewissen Freiraum zugestehen, aber doch in ungefährer Richtung und umrissenem Rahmen.