1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Ohne äußeren Anstoß. Seit früher Kindheit fasziniert mich das menschliche

Gesicht, später Ausdruck und Gemütszustand. Mit elf begann ich Portraits im

Profil zu zeichnen. Vielleicht ein Jahr später entdeckte ich die dem plastischen

Eindruck zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten Licht und Schatten, Perspektive,

die Temperatur der Farben. Ab dem dreizehnten Lebensjahr begann ich Museen

und Galerien zu besuchen. Kunsterzieherin Christa Riemer und später Arno

Fleischer förderten mich.

 

  1. Was inspiriert Sie? Wie finden Sie Ihre Motive?

Die Gesetzmäßigkeiten des Zusammenlebens der Menschen, die Auswirkungen

ihrer charakterlichen Schwächen und Stärken. Ereignisse, einerseits als Folge

objektiver wirtschaftlich politischer Gesetzmäßigkeiten, andererseits durch

einzelne Individuen beeinflusst.

Das Wirken in der Natur, versinnbildlicht in der Natur des Menschen.

Das menschliche Gesicht mit all seinen Facetten.

Motive suche ich nicht. Plötzlich steht vor meinem Inneren ein Bild, manchmal

schemenhaft, manchmal genau umrissen. Halte es dann in Skizzen fest.

 

  1. Wo entstehen Ihre Kunstwerke?

Je nach Jahreszeit, entweder in einer angemieteten Halle oder im warmen Atelier in

meinem Haus.

 

  1. Wie haben Sie Ihr künstlerisches Handwerk gelernt?

Anfangs wie oben beschrieben. Die Grundlagen in Zeichen- und Malkursen bei der

erwähnten Kunsterzieherin und beiden berufsmäßigen Malern, in den so genannten

“Spezialistenlagern”, einem Airbrushkurs in Düsseldorf. Der Rest ist lebenslanges

Beschäftigen mit der Malerei, sowie mehr als siebenjähriges intensives

Selbststudium- also autodidaktisch.

 

  1. Was ist für Sie persönlich das Wichtigste, das jemals jemand über ein Kunstwerk

von Ihnen gesagt oder geschrieben hat?

 

Besonders bewegten mich die Worte einer Dame, die zuvor die ausgestellten Werke betrachtet hatte:

“Ihre Bilder haben eine positive Ausstrahlung. Mit ihnen

fühle ich mich nicht allein aber in Gesellschaft. Danach war der Tag für mich gut.

Sie verwenden viel Grün- Töne. Grün steht für Kommunikation.”( M. Funke)

Ein Betrachter meiner Werke:

“Die Frauen auf den Bildern leben. Man möchte

sie mit den Händen berühren.”(Klaedtke)

Anläßlich der Ausstellung in der KUKUNA schrieb die Redakteurin Claudia Klinger für die TLZ :

„… in Tabarz hängen neuerdings Alte Meister, könnten Besucher meinen.“

David Ortmann (damaliger Kurdirektor und jetziger Bürgermeister):

„Der  Kurort übt eben immer wieder eine gewisse Anziehungskraft auf Künstler aus“

Er verweist auf Theodor Fontane, Joachim Ringelnatz und den „Struwelpeter“- Schöper Heinrich Hoffmann.“

 

  1. In 3 Sätzen: Warum machen Sie Kunst?

Warum atme ich? Weil es mir ansonsten schnell schlecht ergeht!

Es ist die Art mich zu verwirklichen, meine Gedanken und Gefühle zu artikulieren.

Weil ich es kann? Nein, weil ich auf dem Wege bin.

 

  1. Welche Techniken bevorzugen Sie und warum?

Ölmalerei, Lasurtechnik, auch Graphit. Diese Technik passt zu mir und der

Präzision.

 

  1. Wie lange brauchen Sie in der Regel für ein Kunstwerk?

Zeichnungen in Graphit dauern mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen.

Für die großformatigen Gemälde benötigte ich zwischen 700 und 1000 Stunden.

 

  1. Gibt es Menschen, die Ihre Kunst beeinflusst haben?

Diejenigen, die mich die Grundlagen gelehrt haben. Ihnen schulde ich Dank.

Durch Ihre Werke Meister, wie De Heeme, Caravaggio, Anton Graf usw..

Der Leipziger Galerist Lübke mit einem Schreiben:

“…zeugt von Können und Qualität….”

Neo Rauch und sein unterhaltsamer, nachdenklich machender Malstil.

Sein Gedankenreichtum.

Wolfgang Joop mit seinem Schreiben:

“…sehr begeistert von der handwerklichen Ausführung Ihre Werke war.

Besonders, was Sie vielleicht wissen, da ich eine klassisch malerische Ausbildung

in Braunschweig genoss.”

Mein Schwager Dr. Hans Scholz: “Du musst auch Bilder malen, die

kleinformatiger und witzig sind.”

Der spanische Maler und Fotorealist Jorge Villalba:

“Du hast viel Zeit versäumt. Du wärst jetzt so…!” Dabei hielt er die Hand ein

Stück über seinen Kopf und bewegte sie steil nach oben.( Was mich etwas

betroffen machte.)

 

10.Welche Frage haben wir Ihnen nicht gestellt, die Sie hier gerne noch beantworten

möchten?

Ob genau das jemand wissen will, kann ich nicht beurteilen.